Bei der Investorensuche unterstützen in der Regel Business Angels oder Startup-Berater. In den allermeisten Regionen in Deutschland helfen auch die IHKs oder die Förderbanken bei der Vernetzung mit Investoren. Ein weiteres gutes Mittel, mögliche Investoren auf sich aufmerksam zu machen, ist eine intelligente Nutzung der eigenen Website. Wie eine solche Nutzung aussehen kann, erklärt euch unser Gastautor Heinz Faessen.

Wie nutze ich meine Website für die Investorensuche?

Business Angel, M&A-Berater, IHK´s, Kammern und Behörden, befreundete Startups, Banken oder Förderinstitute. Bei der Investorensuche gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um erste Kontakte aufzunehmen. Doch oft reichen alle diese Kontakte nicht aus. Leider noch viel zu selten wird die eigene Website bzw. eine dort angehängte Landing Page genutzt, um potentiellen Investoren einen ersten Blick zu ermöglichen.

Dabei bietet euch gerade die eigene Website eine tolle Möglichkeit, um sich Investoren oder großen Kunden zu präsentieren. Und ihr könnt das neutral tun, da ihr euren Pitch nicht auf den jeweiligen Investor abstimmt. Das heißt im Umkehrschluss, dass ein interessierter Investor sich bei euch wegen eurer Lösung meldet und nicht, weil ihr euch im Pitch verbogen habt, um seine Interessen zu treffen.

Schauen potentielle Investoren wirklich Websites durch?

Natürlich werden nicht alle gewünschten Investoren tatsächlich ohne weiteres Zutun auf eure Website gehen. Doch wie oft entstehen Investorenkontakte ja auch eher zufällig? Mal was im LinkedIn, auf XING oder Instagram gepostet oder über einen neuen Deal berichtet. Oder ein Bekannter eines Investors hat etwas von euch geliked. Oder über euch ist berichtet worden. Oder ihr wart auf einem Kongress.

Und es gibt auch Family Offices und Acceleratoren, die ihre Branchen ganz bewusst screenen. Da kann es sehr gut vorkommen, dass sich ein solcher potentieller Investor eure Website dann doch genauer ansieht. Ohne, dass ihr es vermutet.

Soll ich tatsächlich meinen Investitionsbedarf offenlegen?

Viele Gründer scheuen sich, den Finanzbedarf für das weitere Wachstum offen darzulegen. Vergraule ich dadurch nicht eher einen möglichen Kunden als dass ich einen Investorenkontakt gewinne? Ich sehe das eher pragmatisch. Spätestens in den ersten Kundengesprächen werdet ihr eh gefragt, ob ihr den Auftrag überhaupt stemmen könnt.

Auf der Website sollt ihr auch nicht die „Hosen herunterlassen“, sondern einen potentiellen Investor anteasern. Falls er interessiert ist und sich bei euch meldet, schickt ihr ihm den kompletten Pitch. Ihr müsst weder die Bilanz noch die GuV auf der Website hinterlegen und schon gar nicht eure konkrete Planung. Aber ein großer Markt könnte ja schon einmal spannend sein. Oder eine Lösung, die skalierbar ist und viele Kunden anspricht.

Was gehört auf die Website?

1. Startet mit den wesentlichen Punkten

In welcher Phase befindet ihr euch? Branche und Region? Marktgröße? Zielkunden? Nur ganz kurz, nach Möglichkeit in ganz wenigen Stichworten. Sind wir ein Match für den Investor? Ja, dann geht es weiter. Nein? Dann versucht den Leser zu animieren, dass ihr ihn in einen späteren Investorenbrief für eine spätere Runde aufnehmen dürft. Eventuell erhaltet ihr ja zumindest seine Adressdaten.

2. Beschreibt nun das allgemeine Marktumfeld, das Problem und eure Lösung

Falls ihr schon Kunden habt, könnt ihr auch über diese berichten. Natürlich nur, soweit die Vertraulichkeit und die bestehenden Verträge das zulassen. Ein solches Vorgehen funktioniert fast immer, wenn ihr euch an die Regeln zur Erstellung eines Sales Deck haltet.

3. Ein ganz wichtiger Punkt: Stellt euer Gründerteam vor. 

Investoren sind bei der Finanzierung stärker an euch, als an eurer Idee interessiert.

Wenn ihr diese Hürden gemeistert habt, wird der Investor hoffentlich euren Pitch anfragen. Ansonsten habt ihr euch und eure Idee auf jeden Fall professionell dargestellt und zeigt möglichen Kunden, dass ihr offen, ehrlich und konkret mit Fragestellungen und Problemen umgeht. Eine gute Seite für Investoren stellt somit einen deutlichen Kompetenzgewinn dar.

Wenn ihr bei der Erstellung einer solchen Seite Hilfe benötigt oder andere Fragen habt, nutzt euer growr-Netzwerk. Meldet euch gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.