Im vorherigen Teil könntet ihr schon einiges lesen, wie ihr die Krise bewältigen könnt. Jetzt geht es weiter mit Teil Zwei.

Als Startup in der Corona-Krise: was könnt ihr tun? – Teil 2

Mit unserem letzten Artikel haben wir begonnen, euch im Rahmen einer kleinen Serie Hilfsmittel und Maßnahmen vorzustellen, die euch bei der Bewältigung der Krise unterstützen sollen. Heute geht es um das Transformationsmanagement und die Digitalisierung sowie um das Management eurer Preise.

Euch geht es hoffentlich gut und ihr kommt gesund durch die Krise? Die Liquidität ist bei vielen von euch aktuell leider immer noch das beherrschende Thema. Wir wollen heute aber dennoch schon einmal einen Blick nach vorne wagen. Denn die Chancen nach Corona – gerade für innovative Startups – sind gut:

 

Deutschland transformiert sich…

Die letzten Wochen mit Lockdown und vielerorts dem Wechsel ins Home-Office haben die Transformation in der Wirtschaft, insbesondere im Rahmen von Digitalisierung und New Work rasant beschleunigt. Für viele Arbeitnehmer war das eine vollkommen neue Erfahrung und es ist nicht zu erwarten, dass nach der Krise der Einsatz neuer Technologien und verteilter Arbeitsplätze wieder komplett zurückgebaut werden.

In den Unternehmen verändert sich somit auch die Anforderung an die Führungskräfte ganz deutlich. Sie werden künftig eher als Coach agieren und nur noch die Rahmendaten, nicht aber den konkreten Umsetzungsweg vorgeben. Sie werden dabei auch viel mehr mit ihren Mitarbeitern über Unsicherheiten, Zwänge und Ängste sprechen müssen. In vielen Unternehmen werden neue Arbeitsrollen und Arbeitsplätze entstehen. Und somit auch ganz neue Anforderungen und Wünsche, wie diese unterstützt werden.

Für euch können diese Veränderungen sehr spannend sein. Wenn z.B. im Personalbereich Befragungen und Interaktionen mit dem Team viel wichtiger werden, helfen von euch entwickelte Tools. Viele von euch sind in den Themenfeldern des digitalen Marketings und Vertriebs unterwegs. Die letzten Wochen haben den Bedarf der Corporates auch hier komplett verändert.

 

Die Digitalisierung wird noch schneller wachsen

Der stationäre Handel hat in den letzten Wochen sehr gelitten. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe erfolgreicher Beispiele, bei denen Einzelhändler ihre Waren über Social Media oder Marktplätze verkauft haben. Und in einzelnen Handelsbranchen haben innovative Unternehmer sogar ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr erzielen können.

Unternehmen sollten deshalb jetzt damit anfangen, sich strukturiert mit den Szenarien nach der Krise auseinanderzusetzen. Diese Szenarien sollten das heutige Geschäftsmodell, veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen, Trends und Technologien beinhalten. Die Digitalisierung und damit die Notwendigkeit einer digitalen Transformation im Unternehmen werden voraussichtlich sehr stark zunehmen.

Was bedeutet das für Startups?

Für euch bieten diese Prozesse bei den etablierten Unternehmen die Chance, innovative und neue Lösungen anzubieten.

Überdenkt deshalb eure bestehenden Lösungen. Passen diese auf die sich verändernden Anforderungen eurer Zielkunden? Ist es möglich, unterschiedliche Szenarien zu entwickeln und eure Produkte entsprechend anzupassen? Müsst ihr euer Marketing und euren Vertrieb dazu anpassen?

Vielleicht wird eine Änderung eures eigenen Auftritts oder Produkts erforderlich sein. Auf der Kundenseite wird man euch auf jeden Fall sehr viel genauer zuhören als vor der Krise. Viele Prozesse konnten dort nur behelfsmäßig umgebaut oder angepasst werden. Die meisten Händler verfügen nur über rudimentäre Kenntnisse im Onlinebereich, PIM-Systeme sind oftmals nicht vorhanden oder die Produktdatenqualität ist nicht gegeben. Produzenten benötigen Anpassungen und Cockpits für ihre Supply Chain, Verwaltungen müssen digitaler werden. Nur einige Beispiele und das klingt doch gar nicht mal so schlecht?

Ein Wort zum Preismanagement

Eine nicht vorhandene Nachfrage lässt sich auch mit Rabatten nicht ankurbeln. Versucht also nicht, unnötig Rabatte zu vergeben, wenn die Nachfrage nicht da ist. Das macht nur unnötig das Preisniveau kaputt.

Im Rahmen der Existenzsicherung ist natürlich alles erlaubt, aber kommuniziert Preisrabatte bitte als Sonderrabatte aufgrund der Krise. Oder denkt alternativ über eine Zugabe in Form einer Zusatzleistung nach. Viele Unternehmen benötigen aktuell Beratungsexpertise, die in Startups vorhanden ist. Warum nicht euer Produkt verkaufen und ein Beratungsgespräch „verschenken“. Das schafft Kundenbindung und hilft in der aktuellen Situation allen.

Die Krise bietet auch Chancen

Gerade in Krisenzeiten wurden tolle neue Geschäftsideen geboren. Das wird auch diesmal gelingen. Falls Ihr Fragen habt, meldet euch gerne bei mir oder nutzt euer growr-Netzwerk. Und vor allem…. Bleibt gesund!

 

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.