Ihr wollt zum ersten Mal ein Startup gründen? Und seid euch noch nicht ganz sicher, wie die passende Finanzierung aussehen soll? Dann haben wir hier eine Entscheidungshilfe für euch…..

Gerade gegründet – was ist die passende Finanzierung?

Ein Gespräch aus der vergangenen Woche. Junge Gründer mit einer tollen Idee. Und mit der Standardfrage: Wie können wir uns finanzieren? Für alle, die ebenfalls vor dieser Frage stehen, haben wir hier eine erste grobe Entscheidungshilfe.

Könnt ihr irgendeine Sicherheit bieten?

Gerade einmal 5% aller Gründer verfügen über ausreichende Sicherheiten, um bei der Bank ein „normales“ Darlehen zu erhalten. Für diesen Fall: schaut einfach, ob es auch noch Zuwendungen und Zuschüsse gibt. Oder vergünstigte Förderkredite?

Und ansonsten befindet ihr euch in einer sehr komfortablen Situation: ihr braucht keine Anteile abgeben und könnt mit dem Kredit euer Startup aufbauen.

Ihr gehört zu den anderen 95% der Gründer? Würdet ihr auch Anteile an eurem Startup abgeben?

Never ever? Dann bleiben euch drei Wege zur Gründung eures Unternehmens.

  1. Ihr schiebt das Unternehmen mit euren eigenen Mitteln an und baut es aus dem cash-flow weiter aus. Diese Methode wird als Bootstrapping bezeichnet. Nachteil: es geht zumeist langsamer, Fehler können sofort das Ende des Unternehmens bedeuten. Vorteil: ihr habt die volle Entscheidungshoheit und alle Freiheiten…
  2. Family and Friends werden zur Finanzierung herangezogen. Aber bitte Vorsicht: oft fühlen sich Familienangehörige verpflichtet, euch zu unterstützen, obwohl sie euer Konzept nicht verstanden haben. Und was, wenn das Geld dann weg ist? Das Sparbuch der Oma oder die Rente vom Opa?
  3. Bessere Alternative: staatliche (und auch private) Förderprogramme. Nahezu jede Region in Deutschland bietet neben den Bundesmitteln auch Förderprogramme des Landes, des Kreises oder der Kommune. Erkundigt euch vor Ort, welche Programme auf euch zugeschnitten sind. Dabei unterstützen euch z.B. die Banken vor Ort, die Startup-Hubs und Gründerzentren oder auch die IHK. Und oftmals gibt es auch private Initiativen, mit denen innovative Unternehmen gefördert werden.

Ihr könnt euch vorstellen, Anteile an eurem Unternehmen abzugeben? Zur passenden Auswahl eines Geldgebers solltet ihr euch folgende Frage stellen.

Wieviel und welche unternehmerische Unterstützung benötigt ihr?

Keine? Super, dann aktiviert euer Netzwerk und sucht nach einem passenden Förderer. Das kann ein Unternehmen sein, ein VC oder auch die Beteiligungsgesellschaft eures Landes oder eurer örtlichen Sparkasse. Ganz nach Bedarf.

Schon ein wenig? Dann schaut euch nach Geldgebern um, die auch das passende Know-How mitbringen. Wollt ihr diesen Geldgebern Mitspracherechte einräumen?

Dann passen am besten Business Angel, die euch mit Geld, aber vor allem ihrem Expertentum unterstützen. Falls ihr keine Mitspracherechte einräumen wollt, könnten Crowdfunding oder Crowdinvesting Alternativen für euch sein.

Ihr benötigt ganz viel Unterstützung? Ihr seid Technik-Nerds, habt aber keine Vorerfahrungen in der Führung eines Unternehmens? Ihr seid euch nicht sicher, ob nur ein wenig Hilfe genügt? Für diesen Fall solltet ihr erst einmal nach passenden Accelerator- oder Inkubatorenprogrammen schauen und eure Gründung überprüfen. Es gibt mittlerweile eine ganze Menge dieser Programme, bei denen ihr eure Idee pitchen könnt.

Und dann gibt es noch einige wenige Gründungen, die laufen noch einmal anders ab:

Ihr habt alles Know-How an Bord? Ihr benötigt auch keine Angels? Sondern direkt den großen Schluck? Dann könnt ihr direkt mit den VC´s und Private Equity-Unternehmen verhandeln. Es kann sinnvoll sein, für diese Phase einen CFO auf Zeit oder einen Advisor an Bord zu nehmen.

 

Bei Fragen…

Wo ordnet ihr euch hier ein? Und fall euch diese Einordnung schwer fällt, stehen wir euch – wie immer – gerne zur Verfügung.

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.

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