Für die Startups in Deutschland hält die Krise noch an. In den vorherigen drei Teilen, haben wir euch schon ein paar Tipps gegeben, wie ihr durch die Krise kommen könnt. Lest in diesem Beitrag von Heinz genauer was ihr jetzt tun solltet.

Als Startup in der Corona-Krise: was könnt ihr tun? – Teil 3

Im Rahmen einer kleinen Serie stellen wir euch Hilfsmittel und Maßnahmen vor, die euch bei der Bewältigung der Krise unterstützen sollen. Heute geht es um Controlling und Finanzen. Nicht unbedingt das spannendste Thema in einem Startup, aber von hoher Bedeutung und gerade in der Krise existentiell.

Euch geht es hoffentlich gut und ihr kommt gesund durch die Krise? Im dritten Teil unserer kleinen Reihe mit Maßnahmen rund um die Corona-Krise geht es heute um das Controlling und die Steuerung der Finanzen.

 

Deutschland transformiert sich…das betrifft auch das Controlling

Der Erfolg digitaler Geschäftsmodelle ist nicht neu. Die Corona-Krise beschleunigt jedoch diesen Siegeszug und führt zu massiven Veränderungen der bestehenden Geschäftsmodelle. Den Einzelhandel können wir hier als ein gutes Beispiel sehen. Nur stationär die Ware anzubieten funktioniert dabei genauso gut oder schlecht wie nur online zu verkaufen. Dieser Trend zur Veränderung von Geschäftsmodellen wird sich weiter fortsetzen, allerdings in allen Branchen.

Gleichzeitig sind die Jahre der Stabilität, der Kontinuität und des sicheren Wirtschaftswachstums wahrscheinlich vorbei. Das bedeutet, dass in den Unternehmen das Risikomanagement eine deutlich größere Rolle spielen wird als in den letzten Jahren. Wir müssen uns auf eine längere Phase der Unsicherheit einstellen, in der Risiken sauber überwacht werden müssen.

Der CFO-Bereich ist daher gefordert, Transparenz und Instrumente zur Steuerung neuer bzw. digitaler Geschäftsmodelle bereitzustellen, die sich zum Teil deutlich von den herkömmlichen und bislang genutzten Tools unterscheiden.

Stefan Tobias, Partner im Bereich Controlling & Finance bei Horváth & Partners meint dazu: „ … Das Performance Management der vergangenen Jahre konzentrierte sich vor allem auf Ergebnisse und Rendite – die nachhaltige Integration der Risikodimension wird für die kommende Zeit ein zentraler Erfolgsfaktor, der aus dem CFO-Bereich zu treiben ist. …“.

Was bedeutet das für Startups?

Für euch bieten sich durch diese Entwicklungen zwei große Chancen:

Viele eurer Kunden haben in den letzten Wochen leidvoll erfahren, dass der CFO-Bereich nicht ausreichend digitalisiert wurde. Diese Erfahrungen werden die Investitionen in die Automatisierung von Prozessen und die Funktionsfähigkeit von Home-Office-Lösungen steigern. Auch die Anwendung von prädiktiven Modellen zur Entscheidungsunterstützung wird deutlich zunehmen.

Alles Bereiche, in denen viele von euch aufgestellt sind. Und ihr habt hier sogar die Chance auf doppelte Erträge. Zum einen durch die Vermarktung eurer Lösungen, zum anderen aber auch über den Verkauf von Consulting. Denn im Mittelstand verfügen viele, eher sogar die meisten Unternehmen selbst nicht über eine ausreichend hohe Expertise. Und gerade hier sind viele von euch top aufgestellt.

 

Aber auch in euren Startups solltet ihr über einen veränderten Umgang mit den Finanzthemen und dem Controlling nachdenken. Wir wissen aktuell nicht wirklich, ob und wie sich der Beteiligungsmarkt im Startup-Sektor in den kommenden Monaten verändern wird. Allerdings ist eins sehr klar: der Betrachtung der Risiken wird tatsächlich eine deutlich höhere Bedeutung zukommen.

Schaut euch deshalb eure KPI´s an, mit denen ihr bisher euer Unternehmen monitort und gesteuert habt. Sind diese auch in der Corona-Zeit noch richtig?

Und für alle von euch, die bislang noch kein Dashboard zur Steuerung des Unternehmens nutzen, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt zum Start.

Die Krise bietet auch Chancen

Gerade in Krisenzeiten werden tolle neue Geschäftsideen geboren. Das wird auch diesmal gelingen. Falls Ihr Fragen zum Beispiel zur Auswahl geeigneter KPI´s habt, meldet euch gerne bei mir oder nutzt euer growr-Netzwerk. Und vor allem…. Bleibt gesund!

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.