In diesem Beitrag erklärt euch unser Mentor Heinz, was ihr als Gründer in der Corona-Krise tun könnt.

Als Startup in der Corona-Krise: was könnt ihr tun?

Mitten in der Krise ist guter Rat teuer – aber wichtig! Im Umfeld von growr haben wir uns daher eine Reihe Gedanken gemacht, wie es für Startups in den kommenden Monaten weitergehen kann und wie ihr euch in der Krise verhalten könnt. In den nächsten Beiträgen wollen wir uns intensiver mit den entstandenen Ideen und Anregungen beschäftigen.

Die letzten Wochen wurden durch die Themen Liquiditätssicherung und Kosteneinsparung bestimmt. Einbrechende Umsätze, erst eine verzögerte Wirkung von Kostenreduzierungen oder eingefrorene Beteiligungsverhandlungen, das alles waren für eine Vielzahl von Startups die ersten Auswirkungen der Corona-Krise. Und viele von euch werden auch in den kommenden Monaten mit der Sicherung der Liquidität kämpfen und noch weitere Finanzmittel benötigen.

Versprochen, wir bleiben hier am Ball und werden euch über die weitere Entwicklung bei den Fördermöglichkeiten informieren.

Die Wirtschaft befindet sich bereits im Wiederanlauf und keiner kann sicher prognostizieren, wie die kommenden Monate tatsächlich verlaufen werden. Eins ist jedoch sicher: für diese Zeit benötigt ihr einen Plan, wie euer Startup individuell weitermachen kann und welche Schritte ihr dazu schon heute gehen könnt.

In den nächsten Beiträgen wollen wir euch deshalb Anregungen und Ideen präsentieren.

 

Bitte kein Perfektionismus

Die wichtigste Aussage direkt zum Start: In der Krise braucht ihr keinen Perfektionismus. Es geht um pragmatische Lösungen.

Armin Iskander von Iskander Business Partner beschreibt das in einem Artikel aus dem Capital sehr gut:

„Sobald die Krise sich auflöst, z. B. Reisebeschränkungen aufgehoben werden, wird sich das Kundenverhalten verändern. Wer sich jetzt Gedanken macht, wie er diesen Moment nutzt, kann dort eine Menge Chancen realisieren. Jetzt müssen Produkte angepasst, Prozesse aufgebaut und Kampagnen geplant werden, die eine Sonderkonjunktur dauerhaft mitnimmt. Analog können wegbrechende Aufträge zu einem Auftragsstau führen, den man bereits jetzt planen und steuern kann.“

Genau diese Denkweise kann euch helfen, zunächst einmal alle aktuell unwichtigen Themen von den wichtigen zu trennen. Bindet eure Ressourcen nur dort, wo sie in den kommenden Monaten einen direkten Mehrwert generieren können.

Agilität ist eine Stärke von Startups und diese Agilität werdet ihr in den kommenden Monaten benötigen.

Die Krise stellt nämlich nicht nur eure Organisation buchstäblich auf den Kopf. Auch eure Kunden müssen derzeit Arbeitsprozesse sogar teilweise im laufenden Betrieb neu erfinden.

Was bedeutet das konkret?

Gerade in Krisenzeiten gewinnt das Innovationsmanagement an Bedeutung. Krisen verändern Markt und Gesellschaft. Sie erfordern eine Anpassung an eine neue Situation. Angstgetriebene Entscheidungen sind dabei in der Regel falsche Entscheidungen. Lasst euch nicht von der allgemeinen Panik anstecken, sondern nutzt die aktuelle Situation, um euer Geschäftsmodell auf die neuen Gegebenheiten anzupassen. Vielleicht könnt ihr dann schon wieder durchstarten, wenn andere Organisationen erst aus der Krisenstarre erwachen.

Überprüft z.B. die Auswahl der Produktionsstandorte, die Warenlogistik, die veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen, neue Technologien oder auch die veränderte Akzeptanz von z.B. Home-Office oder Digitalprodukten.

Die Krise hat gezeigt, dass Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden ganz andere Kommunikations- und Lieferwege gefunden als wir es im Vorfeld für möglich gehalten haben. Nutzt diese Erkenntnisse als Blaupause für zukünftige digitale Anpassungen eures Geschäftsmodells.

Die Krise bietet auch Chancen

Gerade die Akzeptanz neuer Technologien und Geschäftsmodell hat in den letzten Wochen deutlich mehr Fortschritte erzielt als in den gesamten letzten Jahren.

Und Startups sind Treiber dieses Wandels. Wir glauben deshalb daran, dass viele von euch gestärkt aus der Krise hervortreten können. Laozi soll gesagt haben, dass man nicht nur für das verantwortlich ist, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

In diesem Sinne wollen wir euch ermutigen, bleibt agil und offen für neue Chancen, die sich gerade ergeben.

In den nächsten Beiträgen werden wir auf einzelne Maßnahmen und Bereiche konkreter eingehen.

Falls ihr vorher Fragen habt, meldet euch gerne bei mir oder nutzt euer growr-Netzwerk. Und vor allem…. Bleibt gesund!

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.