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Problem Solution Fit – der erste große Meilenstein für dein Startup

Wie entwickelt und validiert man schnell und kostengünstig neue Produkte? Unser Autor Heinz Faessen erklärt es euch.

Problem Solution Fit – der erste große Meilenstein für Dein neues Startup

Viele junge Unternehmen scheitern bereits in den ersten drei Jahren nach Gründung. Es gibt dafür eine Reihe von Gründen, die verantwortlich sein können. Im Normalfall ist es nicht nur ein Faktor, der den Erfolg verhindert, sondern ein Zusammenspiel aus mehreren.

Unter den TOP 5 dieser Gründe finden sich hohe Kosten bei unsauberer Preisgestaltung oder auch eine starke Konkurrenz. Wesentlich mehr Startups scheitern an der falschen Zusammensetzung des Teams oder an der unzureichenden Finanzausstattung. Mit diesen Themen werden wir uns separat beschäftigen.

Die häufigste Ursache für das Scheitern junger Startups ist die fehlende Marktnachfrage. Kurz, das Produkt oder die Dienstleistung wurde völlig am Markt und an der Zielgruppe vorbeigeplant. In diesen Fällen war entweder der Markt noch nicht reif oder es wurden Produkte entwickelt, die am Markt nicht benötigt werden.

Lean Startup zur Entwicklung und Validierung neuer Produkte

Zur Entwicklung neuer und mit Unsicherheiten behafteter Produkte und Dienstleistungen nutzt man deshalb heute die Lean Startup-Methode von Eric Ries aus dem Jahre 2008. Diese basiert auf drei Kernprinzipien:

  1. Erstellt ein Minimum Viable Product, mit dem ihr die zentralen Design-Hypothesen mit so geringem Aufwand wie möglich testen könnt.
  2. Messt dabei die Effektivität eures Designs durch quantitative Messungen des Feedbacks eurer gewünschten Nutzer.
  3. Lernt von euren Nutzern und passt euer Design systematisch an, so dass ihr neue Hypothesen über euer Produkt und euer Geschäftsmodell testen könnt.

Problem Solution Fit – Ideen entwickeln ohne hohe Kosten

Ihr habt nun eine tolle Idee und wollt herausfinden, ob es sich lohnt diese weiter zu entwickeln? Ihr seid aber noch nicht bereit, Geld zur Entwicklung des Minimum Viable Product in die Hand zu nehmen?

Dann ist es Zeit für Problem Solution Fit. Hier geht es nur um die Idee, nicht um das Produkt. Und es ist auch noch kein Prototyp erforderlich.

Vielmehr befragt ihr eure gewünschte Zielgruppe, ob ihr ein tatsächlich vorhandenes Problem löst. Ist das der Fall und sind die Mitglieder dieser Zielgruppe bereit, euch für diese Lösung zu bezahlen, dann habt ihr den Problem Solution Fit als ersten Meilenstein eurer Gründung erreicht.

Das bedeutet konkret:

  1. Ihr kennt nun eure Zielgruppe
  2. Ihr kennt das Problem dieser Zielgruppe
  3. Eure Zielgruppe akzeptiert eure Lösung
  4. Eure Zielgruppe ist bereit, eure Lösung zu kaufen
  5. Ihr wisst, ob eure Zielgruppe groß genug ist, dass sich die Produktentwicklung lohnt
  6. Ihr wisst nun, ob ihr in der Lage seid, das Produkt zu entwickeln (technisch
    wie finanziell)

Warum ist Problem Solution Fit so wichtig?

Auch wenn sich die Aufzählung eher trivial anhört, macht bitte einen solchen Fit. Er zwingt euch zu Gesprächen mit potentiellen Zielkunden und ihr habt die Chance die Hypothesen eurer Idee durch Fakten zu ersetzen. Das spart eine Menge Geld bei der Entwicklung des eigentlichen Produkts oder Geschäftsmodells. Und im besten Fall könnt ihr noch weitere Informationen aus der Befragung gewinnen:

  • Ideen, die euer Produkt attraktiver machen
  • Eigenschaften, die euer Produkt mindestens aufweisen sollte
  • Besseres Verständnis, warum euer Kunde das Produkt nutzt
  • Hürden, die Kunden bei einem Wechsel zur neuen Lösung überwinden müssen
  • Warum sie mit ihrer derzeitigen Lösung unzufrieden sind

Und wie mache ich das möglichst kostengünstig?

Für Startups bieten sich zwei Wege an, um möglichst schnell möglichst viele Kundenmeinungen zu erhalten. Es bietet sich eine klassische Befragung an, die ihr digital (z.B. Suryey Monkey) oder auch in eigenen Gesprächen durchführt. Und natürlich der Einsatz einer Landing Page, auf der sich Interessenten eintragen können.

Ein berühmtes Beispiel für einen gelungenen Fit ist die Dropbox. Gründer Drew Houston postete ein YouTube-Video, in dem er in wenigen Minuten die Idee erklärte. Binnen kürzester Zeit hatte das Video viele Tausend SignUps erzeugt. Ein klares Zeichen für das Interesse am Produkt.

Wenn ihr mehr zum Thema wissen wollt, dann meldet euch gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.

2019-01-28T10:43:35+00:00Januar 28th, 2019|Agiles Arbeiten, Gastbeitrag|

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