Mit Design Thinking zur neuen Geschäftsidee. Unser Gastautor Heinz Faessen erklärt euch, wie das funktioniert.

Mit Design Thinking zu eurer neuen Geschäftsidee

„Smith & Wesson kills 4 aces“. Habt ihr diesen Spruch schon einmal gehört? Im Grunde genommen ist das die Grundidee des Design Thinking. Und obwohl eine sehr agile und robuste Methode, wird dieses Tool zur Entwicklung neuer Geschäftsideen doch immer wieder in sechs aufeinander aufbauenden und gleichbleibenden Schritten umgesetzt. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr mit Design Thinking euer neues Geschäftsmodell entwickeln könnt.

Was hilft es dem Pokerspieler, wenn er das beste Blatt hat, sein Gegenüber aber den Colt zieht? Und sich einfach nicht an die Regeln hält…..

Das größte Taxiunternehmen der Welt hat keine Taxis – UBER

Das größte Boardingunternehmen hat keine Häuser – AIRBNB

Der wertvollste Einzelhändler der Welt hat kein Inventar – ALIBABA

Die größte Medienfirma produziert keinen Inhalt – FACEBOOK

Das größte Kinounternehmen der Welt hat keine Kinos – NETFLIX

Disruptive Ideen konsequent zu Ende gedacht und umgesetzt. Darum geht es beim Design Thinking. Die zukünftigen Konkurrenten müssen dabei nicht mehr die heutigen Marktteilnehmer sein. Aber sie können angestammte Märkte ganz schön aufmischen und verändern.

Doch wie kommt man auf solche disruptiven Ideen? Design Thinking wird in sechs aufeinander aufbauenden Schritten durchgeführt. Bei der Umsetzung verwendet man die Lean Startup-Methode.

Ganz wichtig ist, dass ihr euch zu Beginn sehr genau mit euren (Wunsch-)Kunden auseinandersetzt.

1. Lernt eure Kunden und seine Pain Points verstehen

Kennt ihr die Pain Points eurer Kunden? Welche Produkte oder Dienstleistungen nutzen sie heute, um ihre Probleme zu lösen? Wie gut sind diese Lösungen wirklich? Würden ihnen andere Herangehensweisen oder Lösungen das Leben erleichtern? Es ist intensive Recherchearbeit erforderlich, um das Problem des Kunden wirklich zu verstehen.

2. Beobachtet und hört zu

Um möglichst umfassende Informationen zu bekommen, sprecht mit euren Kunden und eurer Zielgruppe. Strukturierte Interviews bieten eine gute Möglichkeit, die Ergebnisse sauber und vergleichbar zu dokumentieren. Gibt es Experten, die ihr ebenfalls interviewen könnt? Am meisten könnt ihr über eure Zielgruppe herausfinden, wenn ihr diese im Alltag begleiten könnt. Ein Praktikum oder ein „Seitenwechsel“ sind interessante und spannende Möglichkeiten, eure Kunden besser kennenzulernen. Hört euren Kunden zu und nehmt die Ergebnisse auf. Gebt aber noch keine Lösungsvorschläge.

3. Analysiert eure Ergebnisse

Um einen möglichst umfassenden Blick auf die erhaltenen Informationen und Beobachtungen zu erhalten, solltet ihr diese aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Vielleicht ist es euch möglich, ein Muster zu erkennen, mit dem ihr die Probleme möglicherweise lösen könnt.

Die Analysephase ist damit weitgehend abgeschlossen, nun geht es darum, mögliche Lösungen zu kreieren und zu testen.

4. Sucht mögliche Lösungen

Es wird kreativ und es geht auf die Suche nach Lösungsansätzen. Je mehr Ideen gesammelt werden, desto besser. Es gibt eine ganze Reihe von Tools, die ihr zur Ideensuche nutzen könnt, die bekannteste Methode ist das Brainstorming. Beim Design Thinking geht es nicht darum, die gefundenen Ideen sofort zu bewerten, dies erfolgt erst im nächsten Schritt. Damit sind solche Brainstorming-Sessions oftmals visionär und machen Laune auf mehr.

5. Auf geht es zum Prototyping

In dieser Phase geht es um die Bewertung eurer Ideen aus dem Brainstorming. Mithilfe eines iterativen Prototypings probiert ihr eure Ideen aus und versucht diese zu visualisieren. So bekommt ihr ein Gefühl für das spätere Produkt oder stellt fest, dass eure Idee vielleicht doch nicht so einfach zu realisieren ist. Das Prototyping hilft auch spezielle Fragen zu beantworten, mit deren Hilfe ihr die Idee weiterentwickeln könnt.

6. Testet eure Ideen

Im letzten Schritt geht es darum, eure prototypisierte Idee gemeinsam mit der Zielgruppe zu testen. Holt das Feedback der Nutzer ein und versucht das Produkt auf dieser Basis Schritt für Schritt zu optimieren. Und wie immer gilt: Fail fast. Probiert lieber eine weitere Idee aus, wenn ihr seht, dass euer Prototyp nicht wie gewünscht funktioniert.

Mit der dargestellten Herangehensweise stellt ihr sicher, dass innovative Produkte oder Services entwickelt werden, die sowohl attraktiv, als auch realisierbar und marktfähig sind. Probiert es doch selbst einmal. Und falls ihr alleine nicht weiterkommen solltet, unterstützen wir euch gerne bei der Durchführung und Umsetzung.

Bei weiteren Fragen z.B. zum Design Thinking und gerne auch zu anderen Fragen nutze Dein growr-Netzwerk und melde dich gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.