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Investorengespräch – Teil I

Wie bereitet ihr euch auf das Gespräch mit potentiellen Investoren vor? Unser Autor Heinz Faessen erklärt euch, was ihr dabei beachten solltet.

Auf dem Weg zum Investorengespräch – welche Unterlagen braucht Ihr eigentlich? – Teil 1

Gerade habt ihr eure Geschäftsidee gefunden und ihr wisst auch schon, für wen eure Produkte super spannend sind. Wenn nur nicht diese Finanzierung wäre.

Für eure hoffentlich sehr schnell anstehenden Investorengespräche benötigt ihr eine Reihe von Unterlagen. Im ersten Teil dieses Artikels geht es um den Businessplan, die Planungen zur Rentabilität, zur Finanzierung und zur Liquidität. Im zweiten Teil geht es um die Executive Summary, das Pitch Deck und den Onepager. Darüber hinaus befassen wir uns mit der Verschwiegenheitserklärung.

Die Basis – euer Businessplan

Ob bei den ersten Bankgesprächen oder bei der Beantragung des Gründungs- zuschusses, euren Businessplan werdet ihr immer wieder brauchen. Bei diesem Plan handelt es sich um die schriftliche Dokumentation eures gesamten unternehmerischen Konzepts. Ihr betrachtet die Produktidee, das wirtschaftliche Umfeld, die gesteckten Ziele, Vertriebswege, Marketing, eure geplante Organisation sowie den notwendigen Mittelaufwand. Wichtig ist, dass eure USP´s und eure Zielkunden klar erkennbar und für Außenstehende gut nachvollziehbar sind. Zusätzlich gibt der Businessplan Informationen über euch als Unternehmensgründer und zeigt mögliche Chancen und Risiken eurer Geschäftsidee auf.

Unternehmensintern hilft euch der Businessplan, eure Gründungsidee umzusetzen und eure gesteckten Ziele zu kontrollieren. Extern soll er Investoren, Banken, Partner und Kunden überzeugen und informieren. Da diese Empfänger ganz unterschiedliche Anforderungen an euren Businessplan stellen, müsst ihr diesen individuell updaten.

Ein gut gemachter Plan für Bankpartner oder eine Vorabinformation von Investoren umfasst alle Schlüsselinformationen, bleibt aber prägnant und knapp gehalten. Für weitergehende Investorengespräche werdet ihr schon wesentlich detaillierter berichten müssen. Ganz wichtig: der erste Satz sollte bereits den Investor abholen und den USP des Unternehmens deutlich machen. Kurzum, er soll zum Weiterlesen animieren.

Betrachtet den Businessplan als Visitenkarte eurer Unternehmung. Je spannender und informativer, desto besser.

Im Netz findet ihr eine ganze Reihe von Vorlagen zur Erstellung eines solchen Plans. In vielen dieser Vorlagen werden Textbausteine angeboten. Bitte benutzt diese nicht! Es soll klar erkennbar sein, warum ihr das Thema besser bedienen könnt als andere, einzigartig mit eurer Idee seid und etwas von eurer Branche versteht. Da sind vorgefertigte Bausteine keine gute Lösung.

Sehr zu empfehlen ist das Handbuch Businessplan der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. Auf dieser Seite findet ihr auch jede Menge weiterer nützlicher Infos rund um den Businessplan.

Das Zahlenwerk – Rentabilitätsvorschau, Finanz- und Liquiditätsplan

In der Praxis ist der Businessplan um euer Zahlenwerk zu ergänzen. Sowohl Banken als auch Investoren legen äußersten Wert auf diese Planzahlen. Im Netz findet ihr eine Reihe guter Tools zur Erstellung dieser Unterlagen. Und diesmal könnt ihr die Vorlagen auch ruhig verwenden.

Bei der Rentabilitätsvorschau stellt ihr euren zu erwartenden Umsätzen die zu erwartenden Kosten gegenüber. Idealerweise habt ihr eine Rentabilitätsvorschau über die ersten drei Geschäftsjahre, manche Investoren erwarten sogar eine Vorschau über die ersten fünf Jahre. Was ist dabei wichtig? Arbeitet auf jeden Fall mit realistischen Annahmen und Zahlen. Je genauer ihr diese begründen könnt, desto glaubhafter kommt ihr bei euren Gesprächspartnern rüber. Gerade zu Beginn gar nicht so einfach. In der Regel schauen Investoren gerade beim Start auf Plausibilität und passende Annahmen zur Marktentwicklung.

Kein Unternehmen kann ohne vernünftige Finanz- und Liquiditätsplanung bestehen. Um Investoren ein klares Bild zu vermitteln und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit den jeweiligen Erfordernissen anzupassen, sind die Umsätze und Kosten sowie die erforderliche Finanzierung deutlich abzubilden. Zudem erwarten potenzielle Geldgeber transparente und vollständige Informationen über zu erwartende Chancen und Risiken. Auf Grundlage der zuvor erstellten Rentabilitätsvorschau lassen sich diese Anforderungen mit einem Finanz- und Liquiditätsplan erfüllen und verhältnismäßig einfach umsetzen.

Gute Vorlagen findet ihr z.B. unter www.controllingportal.de.

Wenn ihr mehr zum Thema wissen willst, dann meldet euch gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.

2018-12-21T11:10:00+00:00Dezember 21st, 2018|Finanzierung, Gastbeitrag|

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