Viele Startups wachsen mit Hilfe eines indirekten Vertriebs, in dem die eigenen Produkte über Vertriebspartner verkauft oder auch implementiert werden. Ein gutes Partnermanagement ist dabei oft ein Schlüssel zu mehr Umsatz und Erfolg. Gilt das auch für den Aufbau eines Franchisekonzepts?

Franchisegeber – ein Erfolgsmodell für Startups? TEIL 2

Im zweiten Teil zum Thema Franchise geht es heute um die Aufgaben von Franchisegeber und -nehmer sowie um die Aufgaben der sogenannten Systemzentrale.

Die Attraktivität des Franchiseangebots und eine genaue Gebühren- und Finanzplanung sind laut einer neueren Untersuchung Schlüsselfaktoren für euren erfolgreichen Markteinstieg mit einem Franchisesystem. Franchisegeber und Franchisenehmer erobern dabei den Markt gemeinsam: ihr als Franchisegeber durch den Systemaufbau und die Markenführung, euer Franchisenehmer durch den Verkauf der Produkte in seinem – nach Möglichkeit – exklusiv geschützten Vertriebsgebiet.

Voraussetzungen und Aufgaben des Franchisegebers

Eure Aufgaben lesen sich recht simpel, haben es aber in sich:

  • Erstellung und Weiterentwicklung des Gesamtkonzeptes
  • Aufbau eines Systemhandbuchs für den Betriebsaufbau und die Betriebsführung
  • Unterstützung, Schulung und laufende Begleitung des Franchisenehmers
  • Organisation eures Franchising-Netzwerks und Management zentraler Steuerungsaufgaben
  • Durchführung von Werbe-, und Verkaufsförderungsmaßnahmen

Gerade beim Aufbau eures Franchisesystems kommt der Partnerbetreuung eine ganz besondere Bedeutung zu.  Hierzu gehören das Onboarding neuer Partner, die fortlaufende Schulung eurer Franchisenehmer und vor allem auch die Kontrolle und das Benchmarking eurer Partner. Der verlässt sich nämlich auf das Know-How seines Franchisegebers und die Zusage, dass ihr ihn vor Ort erfolgreich macht.

Tatsächlich haben sich vor allem solche Konzepte erfolgreich entwickelt, die ein attraktives Leistungspaket mit einer sauberen inhaltlichen Abstimmung zwischen dem Franchisevertrag und dem Systemhandbuch für den Franchisenehmer zur Verfügung stellen. Dazu gehört auch, dass ihr bereits bei der Gründung die Kosten und erforderlichen Ressourcen eines wachsenden Systems berücksichtigt. Dazu später mehr, kommen wir aber zunächst zu den.

Aufgaben des Franchisenehmers

Der Franchisenehmer ist Partner des Franchisegebers und operativ verantwortlich vor Ort. Es liegt an ihm, dass die Produkte und Leistungen eures Systems zur richtigen Zeit am richtigen Ort für den Endkunden zur Verfügung stehen. Euer Franchisenehmer soll dabei eure Richtlinien und Vorgaben einhalten, in seinem eigenen Unternehmen seine Managementaufgaben wahrnehmen und das vor Ort gewonnene Know-How wieder in euer Franchisesystem einbringen.

Das erfordert von allen Beteiligten Vertrauen und echte Partnerschaft auf Augenhöhe. Denn euer Franchisenehmer muss sich nicht nur von euch betreuen und überwachen lassen, sondern er soll vor Ort erkannte Verbesserungen auch noch dem gesamten System „schenken“. Da darf er natürlich auch eine Menge guter Leistungen von euch erwarten. Und an diesem Punkt kommen wir zur Systemzentrale.

Die Aufgaben der Systemzentrale

Die meisten Franchisegeber lagern heute ihr System aus und entkoppeln es vom Kern- oder Produktionsgeschäft. Die Systemzentrale übernimmt dann die Steuerung und Überwachung des Franchisesystems. Idealerweise braucht der zukünftige Franchisegeber gute Mitarbeiter in den folgenden Kernbereichen:

  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
  • Rekrutierung und Betreuung von Franchisenehmern
  • Produktentwicklung und Wissensmanagement
  • Aufbau und Weiterentwicklung des Markennamens
  • Buchhaltung und Controlling
  • Kommunikation
  • Expansion im In- und Ausland

Kurzum, mit einer beweglichen Systemzentrale schafft ihr es, eure Partnerbetriebe von den administrativen Aufgaben zu entlasten und sie vor Ort erfolgreich zu machen. Passt Franchising auch zu eurem Geschäftsmodell?

Bei dieser oder auch anderen Fragen zum Franchising sprecht uns gerne an.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur BetriebswirtschaftHeinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.