/, Gastbeitrag/Due Diligence – was passiert da eigentlich?
  • Due Diligence

Due Diligence – was passiert da eigentlich?

Bei der Due Diligence wird dein Startup genau unter die Lupe genommen. Unser Autor Heinz Faessen erklärt dir, was hinter dem Begriff steckt.

Due Diligence – was passiert da eigentlich?

In den Nachrichten hört man immer wieder von den großen Deals der Venture Capital-Investoren und dem großen Geld, das in junge Startup-Unternehmen gepumpt wird.

In der Realität finden solche Investments gerade zum Start nur bei einem Bruchteil der Gründungsunternehmen statt. Und nur bei rund einem Fünftel aller Startups steigen Venture Capital-Investoren in den ersten 10 Jahren ein.

So lesen einzelne VC´s pro Jahr laut eigenen Aussagen bis zu 1.500 Pitchdesks und Businesspläne, aus denen sie ihre wenigen Zielfirmen filtern. Hast du es bis zu diesem Punkt geschafft und auch das erste persönliche Kennenlernen gut überstanden, beginnt die Phase der Due Diligence.

So läuft eine Due Diligence ab.

Gerade in den ersten Monaten nach der Gründung durchläuft dein Unternehmen eine Reihe von Entwicklungsschritten, die zum Teil ein hohes Risiko bergen. Das kann in der Spitze auch das Aus deines Unternehmens bedeuten, noch ehe es so richtig begonnen hat. Auf der anderen Seite ergeben sich ebenso Chancen auf eine erfolgreiche Unternehmenszukunft.

Um diese Chancen und Risiken aufnehmen und bewerten zu können, führt man eine sogenannte Due Diligence durch. Im Venture Capital-Umfeld teilt sich diese in mehrere Teilverfahren auf.

Die technische Due Diligence

Zentraler Bestandteil des Unternehmenskonzeptes ist meist die Entwicklung innovativer Technologien. Bei der sogenannten technischen Due Diligence wird nun geprüft, ob diese Neuentwicklung wirtschaftliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Technologien bietet.

Die Legal Due Diligence

Parallel wird im patentrechtlichen Teil der Legal Due Diligence überprüft, inwieweit sämtliche Technologien durch Patente rechtlich geschützt sind. Weitere Bestandteile der Legal Due Diligence sind die Analyse der wesentlichen operativen Unternehmensverträge sowie die Aufarbeitung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen.

Die Commercial Due Dilligence

Im Rahmen der Commercial Due Diligence untersucht der Venture Capital-Investor deine Geschäftsidee mit dir. Gemeinsam werden der Zielmarkt, das Marktpotenzial und erreichbare Marktanteile analysiert. Dazu müssen alternative Technologien und Wettbewerber überprüft, die Absatzpreise und Beschaffungskosten analysiert werden.

Die Financial Due Diligence

Einen weiteren wichtigen Teil der Prüfungen bilden die Unternehmensplanung sowie die Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Bei dieser sogenannten Financial Due Diligence werden die Angemessenheit und die Plausibilität deiner Planung überprüft.

Wesentliches Element der Unternehmensplanung ist dabei die sogenannte Finanzbedarfsrechnung, in der unter anderem die Höhe der erforderlichen Finanzierung dargestellt wird.

Wichtig für beide Seiten

Diese Darstellung ist nicht nur für dich, sondern auch für den Venture Capital-Investor von zentraler Bedeutung. Üblicherweise kommt es im Leben eines Startups zu mehreren Finanzierungsrunden, bei denen es zu einer Veränderung des Gesellschafterkreises kommen kann. Für deinen Kapitalgeber ist deshalb wichtig, ob seine Anteile bei einer weiteren Finanzierungsrunde verwässert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt: Welche Options– oder Wandelrechte bekommt der Investor zugestanden?

Für dich lohnt es sich auf jeden Fall, viel Zeit in die Vorbereitung der Due Diligence zu stecken. Denn bei Erfolg winkt eine gute Bewertung und das macht sich dann auch im Verkaufserlös bemerkbar.

Wenn du mehr zum Thema wissen willst, dann melde dich gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen Ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tatig Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.

2018-12-06T10:30:33+00:00Dezember 6th, 2018|Finanzierung, Gastbeitrag|

About the Author: