Im letzten Monat hatten wir euch einen Weg vorgestellt, wie ihr in wenigen Minuten eine Customer Persona zur Beschreibung eurer Zielkunden erstellen könnt. Wir hatten dabei eine klassische Situation im B2B unterstellt. Viele von euch sind aber stärker im B2C unterwegs. Deshalb befassen wir uns heute einmal mit den sogenannten Sinus-Milieus.

Warum überhaupt eine Customer Persona?

Auf dem Weg zu kundenzentrierten Geschäftsmodellen ist es sehr wichtig, den Zielkunden genau bestimmen zu können. Mit Hilfe einer fiktiven Customer Persona könnt ihr die Sorgen und Nöte, Ängste und Erwartungen eures Kunden erkennbar machen.

Im B2B ist das gar nicht mal so schwer. Wir hatten euch dazu im letzten Monat eine Methode vorgestellt, mit der man verhältnismäßig schnell sehr konkrete Ergebnisse erzielen kann. Wie sieht es nun im B2C aus?

Kann ich hier genauso einfach auf einzelne Personen referenzieren? Bin ich dann bei unterschiedlichen Altersgruppen und sozialen Herkünften hinreichend genau?  Genau bei diesen Fragen helfen euch die sogenannten Sinus-Milieus.

Was sind die Sinus-Milieus?

Das Sinus-Institut ist eine Markt- und Sozialforschung, die 1978 von Dorothea und Horst Nowak gegründet, in 2009 durch die Integral Wien übernommen wurde und heute über Standorte in Heidelberg, Berlin, Wien und Singapur verfügt.

Bei den Sinus-Milieus handelt es sich um eine Gesellschafts- und Zielgruppentypologie, die Menschen nach Lebensauffassungen und Wertehaltungen in „Gruppen Gleichgesinnter“ zusammenfasst. In der klassischen Betrachtung werden 10 unterschiedliche Grundorientierungen betrachtet, die sich aktuell in Deutschland wie folgt verteilen:

Sinus Milieus in Deutschland growr Startups

Quelle: https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/sinus-milieus-deutschland/

Das Modell der Sinus-Milieus wird kontinuierlich an die soziokulturellen Veränderungen der Gesellschaft angepasst. Während der Anteil der traditionellen Milieus seit Jahren zurückgeht, wachsen die beiden Zukunftsmilieus „Expeditive“ und „Adaptiv-Pragmatische“, deren Umgang mit den aktuellen Herausforderungen zukünftige Trends erkennen lässt.

Das Modell lässt sich dabei in verschiedene Richtungen ergänzen oder abwandeln. So ist es zum Beispiel möglich, regional und geographisch konkret eingeschränkte Untersuchungen durchzuführen, z.B. für einzelne Stadtteile oder Straßenzüge.

Für viele von euch bestimmt besonders interessant: es gibt zwischenzeitlich auch eine digitale Sinus-Milieu-Betrachtung.

Digitale Sinus-Milieu-Betrachtung

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Quelle: https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/digitale-sinus-milieus/

 

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Quelle: https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/digitale-sinus-milieus/

 

Mit diesen Analysen seid ihr sehr gut in der Lage, eure Zielgruppe zu bestimmen und passende Customer Personas zu erstellen. Da sich Milieu-Gruppen immer wieder miteinander überschneiden, kann es sehr sinnvoll sein, mehrere Zielpersonen abzubilden.

Probiert es einfach einmal aus

Die ersten Versuche werden sicherlich ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Aber je genauer ihr eure Kunden bestimmen könnt, desto genauer könnt ihr diese danach ansprechen.

Falls ihr weitere Unterstützung – zum Beispiel bei der Erstellung eurer Customer Personas – benötigt, nutzt euer growr-Netzwerk. Sprecht uns gerne an.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.