Wir alle beschäftigen uns immer wieder damit, wie der richtige Investor aussieht. Wann passt Corporate Venture Capital?

Corporate Venture Capital – wann passt es zu euch?

Die Bedeutung von Corporate Venture Capital hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele namhafte Unternehmen – gerade auch in Deutschland – verfügen zwischenzeitlich über einen solchen „Venture Capital Arm“.

Über eure Website, das Marketing und den Vertrieb könnt ihr beeinflussen, welche Konzerne auf euch aufmerksam werden sollen. Es gilt: je genauer ihr eure Nische beschreiben könnt und dann noch über ein „must have“-Produkt verfügt, desto eher seid ihr für eure Zielpartner interessant.

Allerdings ist die Motivation dieser Unternehmen nicht immer auf den ersten Blick einschätzbar. Oftmals stehen nicht unbedingt Gewinnerzielung und Profit im Vordergrund, sondern konzernpolitische Überlegungen. Und nicht immer sind die vordergründig bestehenden strategischen Vorteile auch wirklich für euch nutzbar. Wann also passt ein solcher Partner?

Was unterscheidet Corporate Venture Capital von Accelator- und Inkubatoren-Programmen?

In den letzten Jahren haben deutsche Konzerne und auch viele mittelständische Unternehmen die Startup-Szene für sich entdeckt. Es wird immer beliebter, Startups als ausgelagerte Innovationsschmieden zu nutzen. Kaum ein Konzern, der nicht sein eigenes Accelerator- oder Inkubatoren-Programm aufgebaut hat. Beide Programmarten setzen bereits bei der Entwicklung von Ideen in der Frühphase eines Startups auf. Und passt es dann zwischen den Partnern, kommt es auch immer wieder zu einem langfristigen Invest des Mutterunternehmens für das gemeinsame Scale-up. Manchmal direkt durch das Mutterunternehmen, bei immer mehr Mittelständlern und Konzernen aber auch durch eigene Beteiligungsgesellschaften.

Legt die gemeinsamen Ziele fest

Klärt vor Abschluss der Beteiligung die konkreten Interessen des Corporates. Will er mit euch Produkte entwickeln? Euren Vertrieb beschleunigen? Erwartet er von euch einen Innovationsschub für das Mutterunternehmen? Oder will er nur als Finanzierer auftreten und euch machen lassen? Seid ruhig selbstbewusst, denn selbst etablierte Unternehmen können bei einer Kooperation auch von euch profitieren.

So sind die Organisationsstrukturen und die Richtlinien in Konzernunternehmen meist sehr starr. Dadurch lernen viele etablierte Unternehmen bei einer Zusammenarbeit mit euch erstmals Lean Startup-Methoden kennen und erhalten Zugang zu neuen Technologien oder Zielgruppen. Lassen sich bei eurem Partner agile Abläufe nur schwer in die eigene Organisation integrieren, dann sind Corporates in vielen Fällen daran interessiert, über eine Beteiligung am Erfolg neuer Technologien teilzuhaben.

Wichtig ist also, dass ihr zu Beginn miteinander besprecht, welche konkreten Ziele eure Kooperation verfolgen soll.

Sucht euch einen passenden Partner aus

Zugegeben, diese Aussage ist etwas vermessen. Üblicherweise filtert der Corporate das für ihn passende Startup und bietet euch eine Zusammenarbeit an. Er wird dabei einen deutlichen Mehrwert erwarten. Aber auch für euch muss diese Zusammenarbeit Vorteile schaffen, ansonsten solltet ihr von eurer Seite Abstand von einer solchen Kooperation nehmen.

Organisiert das passende Setup

Leicht gesagt, aber wohl der schwierigste Part beim Aufsetzen einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Doch es lohnt sich. Seid konkret und baut einen gemeinsamen Business Case auf. Und lasst euch nicht alle Freiheiten nehmen. Sehr gerne übernimmt der Investor im Aufsichts- oder Beirat die Kontrolle. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass neutral besetzte Beiräte im Durchschnitt deutlich erfolgreicher tätig sind.

Falls ihr Fragen zu diesen Themen habt, stehen wir euch im growr-Netzwerk gerne zur Verfügung. Übrigens zwischenzeitlich auch mit dem neuen Förderpartner.de. Schaut einfach rein….

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.

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