Startups profitieren vom Know How und der Infrastruktur gestandener Unternehmen. Dafür bringen junge Unternehmer Innovation und neues Denken in Konzerne. Wie eine Zusammenarbeit erfolgreich werden kann, erklärt euch unser Gastautor Heinz Faessen.

Corporate meets Startup

In den letzten Jahren haben deutsche Konzerne und auch viele mittelständische Unternehmen die Startup-Szene für sich entdeckt. Es wird immer beliebter, Startups als ausgelagerte Innovationsschmieden zu nutzen. Kaum ein Konzern, der nicht sein eigenes Accelerator- oder Inkubatoren-Programm aufgebaut hat.

In der Praxis treffen dann oftmals vollkommen unterschiedliche Unternehmenskulturen und Arbeitsweisen aufeinander. Nicht selten scheitern dabei Kooperationen am fehlenden Verständnis für die Probleme des Partners.

Aber wie gelingt eine erfolgreiche Zusammenarbeit?

Für euch als Startup ist eine Kooperation mit einem Konzern oder einem großen Mittelständler ein spannendes Thema. Dieser kann Partner oder Kunde bei der Entwicklung eines Produkts werden, vielleicht aber auch Investor, Förderer, Vertriebsbeschleuniger und noch vieles mehr.

Legt die gemeinsamen Ziele fest

Damit ihr nicht mit falschen Erwartungen in die Gespräche geht, ist es wichtig, dass ihr die Interessen des Gegenübers an euch und eurem Startup kennenlernt und richtig einschätzt. Seid ruhig selbstbewusst, denn selbst etablierte Unternehmen können bei einer Kooperation auch von euch profitieren.

Die Organisationsstrukturen und die Richtlinien sind in Konzernunternehmen meist sehr starr. Dadurch lernen viele etablierte Unternehmen bei einer Zusammenarbeit mit euch erstmals Lean Startup-Methoden kennen und erhalten Zugang zu neuen Technologien oder Zielgruppen. Lassen sich bei eurem Partner agile Abläufe nur schwer in die eigene Organisation integrieren, dann sind Corporates in vielen Fällen daran interessiert, über eine Beteiligung am Erfolg neuer Technologien teilzuhaben.

Wichtig ist also, dass ihr zu Beginn miteinander besprecht, welche konkreten Ziele eure Kooperation verfolgen soll.

Sucht euch einen passenden Partner aus

Zugegeben, diese Aussage ist etwas vermessen. Üblicherweise filtert der Corporate das für ihn passende Startup und bietet euch eine Zusammenarbeit an. Er wird dabei einen deutlichen Mehrwert erwarten. Aber auch für euch muss diese Zusammenarbeit Vorteile schaffen, ansonsten solltet ihr von eurer Seite Abstand von einer solchen Kooperation nehmen.

Über eure Website, das Marketing und den Vertrieb könnt ihr beeinflussen, welche Konzerne auf euch aufmerksam werden sollen. Es gilt: je genauer ihr eure Nische beschreiben könnt und dann noch über ein „must have“-Produkt verfügt, desto eher seid ihr für eure Zielpartner interessant.

Organisiert das passende Setup

Leicht gesagt, aber wohl der schwierigste Part beim Aufsetzen einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Für euch sind agiles Projektmanagement, Geschwindigkeit und kurze Entwicklungszyklen das tägliche Rüstzeug. Produkte sind schnell zu entwickeln, zu validieren oder auch wieder zu verwerfen. “Try and error“ und „better done than perfect“.

In Konzernen geht es dagegen viel stärker um die Vermeidung von Fehlern, es gibt lange Entscheidungswege, starre Strukturen, einzuhaltende Prozesse und eine Menge Vorschriften. Und damit ein ganz anderes Kulturverständnis.

Lasst euch nicht in gemeinsame Entwicklungslandschaften zwingen. Viel besser ist es, in einem Kernteam Workshops durchzuführen, die Hausaufgaben zielgerichtet zu verteilen und in den gewohnten Teams umzusetzen. Agile Entwicklung auf eurer Seite – langjährige Branchenexpertise, Kundenzugang und Finanzierung auf der Seite eures Partners.

So sollte es mit der Kooperation mit Corporates klappen.

Wenn ihr mehr zum Thema wissen wollt, dann meldet euch gerne bei uns.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Heinz Faessen

Heinz Faessen. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft

Heinz Faessen ist Inhaber der pro3 innovation consult und begleitet seit mehr als 25 Jahren Unternehmer und Existenzgründer. Vor seiner eigenen Selbständigkeit war Heinz als kaufmännischer Leiter einer Systemhausverbund Gruppe, als Leiter der Betriebswirtschaftlichen Mitgliederberatung einer CE-Verbundgruppe und als Firmenkundenberater in der Sparkassenorganisation tätig. Bei growr schreibt er regelmäßig zu Fragen rund um die Existenzgründung und zur Betriebswirtschaft.